Tübingen im Wandel

Transition-Stadt Initiative

Veranstaltungshinweis: Green Economy mit Prof. Ulrich Brand (Wien)

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Green Economy, Energiewende, TÜBus umsonst – in welche „grüne“ Zukunft wollen wir uns bewegen?

Ort: Schlatterhaus Tübingen, Österbergstraße 2
Zeit: Dienstag, 20:00 Uhr

Attac Tübingen, die interventionistische Linke Tübingen, ZAK³ und Transition-Town Tübingen trafen sich zu einem intensiven Austausch im Schlatterhaus. Nach einem 40-minütigen Kurzvortrag von Prof. Brand aus Wien, wo er die „sozial-ökologische Transformation“ dem „Green New Deal“ und der „nachhaltigen Entwicklung“ als das neuere Konzept gegenüberstellte, wurden Fragen, Meinungen und Kritiken miteinander diskutiert. Mit dem Recht auf Mobilität als Recht auf Teilhabe als ein Beispiel (neben Ernährung, Wohnen, Konsum, anderes …) z.Z. wichtiger lebensbestimmender Bereiche, mit Produktionsperspektiven für eine Übergangssituation und die Beachtung global-solidarischer Dimensionen skizzierte Prof. Brand eine Leitstruktur zur Schaffung eines „materiellen Kerns“ unserer Gesellschaft. Ob diese dem jetztigen System sehr nahe Herangehensweise ausreichend ist, bleibt als Frage im Raum. Die Notwendigkeit eines dazugehörigen Kulturwandels blieb unberührt. Vielleicht erwächst aber hieraus ein Zukunftsprojekt einer autofreien Stadt Tübingen, vielleicht sollten tt-Tübingen und ZAK³ zusammen dieses sehr lohnenswerte Thema gemeinsam in die Öffentlichkeit bringen.

Klaus Gräff für tt-Tübingen

Gigawatt-Sonnenkraftwerke in der marokkanischen Wüste, Hybrid- oder
Elektroautos als weltweite Individualmobilität der Zukunft oder
Offshore-Windparks auf hoher See – ginge es nach den BefürworterInnen
einer „green economy“ in Politik und Wirtschaft, so wären die
ökonomischen und ökologischen Probleme auf diesem Planeten mit einem
konzentrierten Umlenken von Kapital und Produktivkräften in den massiven
Ausbau der Produktion und Nutzung grüner Technik auf einmal gelöst.

Der Politik-Professor und Soziale-Bewegungs-Aktivist Ulrich Brand
(Bundeskoordination Internationalismus, BUKO) gehört zu den profunden
Kritikern dieses Konzeptes. Auch er geht davon aus, dass die Abkehr vom
Erdöl und den mit ihm verbundenen industriellen Prozessen und
Konsummustern unabdingbar ist, bescheinigt dem Konzept aber, die
Grundproblematik, nämlich die zerstörerische Profitlogik des
neoliberalen Kapitalismus, unangetastet zu lassen bzw. sie gar zu
bekräftigen.
Brand selbst spricht von einem notwendigen sozialökologischen
Transformationsprozess auf allen Ebenen. Wie dieser sich vom Modell
Green Economy unterscheidet, was darin kleine Schritte in den Kommunen
wie z.B. das aktuell diskutierte „TÜ-Bus umsonst“-Konzept bedeuten
können (und was vielleicht auch nicht), wie ein solcher
Transformationsprozess ggf. in Gang gesetzt werden könnte – all das und
mehr wird Gegenstand unserer Diskussion sein.

Es laden ein: attac Tübingen, interventionistische Linke Tübingen, ZAK³

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